Auszug aus dem Praxisleitfaden
Was gehört nicht in die KI?
Drei Fragen und ein Platzhalter-Trick für sensible Daten
Eine schwierige Anfrage liegt auf dem Tisch, und die Antwort soll einfühlsam werden. Genau dafür ist KI eine starke Unterstützung: Sie hilft, den warmen und zugleich klaren Ton zu finden, den man an manchen Tagen lange sucht. Nur steht im Rohtext ein Name, eine Adresse, ein paar sehr persönliche Details. Und jetzt?
Dabei müssen Sie sich nicht zwischen KI-Unterstützung und Vertraulichkeit entscheiden. Eine Routine von wenigen Sekunden verbindet beides – ohne den Arbeitsfluss zu unterbrechen.
Drei kurze Fragen vor dem Absenden und ein einfacher Platzhalter-Trick genügen. Damit bearbeiten Sie auch sensible Themen mit KI, ohne dass echte Daten Ihren Arbeitsplatz verlassen. Aus der zögerlichen Frage „Darf ich das eingeben?“ wird eine ruhige Antwort: „So gebe ich es ein.“
Umsichtig statt ängstlich
Datenschutz bei KI klingt zunächst nach einem Regelwerk, das man erst durcharbeiten müsste. In der täglichen Praxis steckt dahinter jedoch ein einziges, sehr handliches Prinzip: Datensparsamkeit. Sie geben der KI genau so viel Information, wie die Aufgabe braucht – und keinen Namen mehr.
Das ist dieselbe professionelle Haltung, die Sie längst beherrschen. Wenn Sie eine externe Fachperson um Rat fragen, schildern Sie den Fall – Sie übergeben nicht die ganze Akte. Niemand würde das ängstlich nennen. Es ist einfach umsichtig. Genau diese Umsicht übertragen Sie auf die Arbeit mit KI: Sie arbeiten weiter, nur klüger.
Der Gewinn zeigt sich schnell. Wer weiß, wie sensible Angaben draußen bleiben, traut sich mehr zu – gerade die wichtigen, persönlichen Aufgaben, bei denen gute Formulierungen am meisten zählen. Umsicht ist damit keine Bremse, sondern die Eintrittskarte für genau diese Themen.
Methodik · Umsicht-Reflex
Drei ruhige Fragen an den eigenen Text, direkt vor dem Absenden:
- 1
Personenbezogen? Namen, Kontaktdaten, Angaben zu einzelnen Personen?
- 2
Vertraulich? Etwas, das intern bleiben soll – Verträge, interne Zahlen, Absprachen?
- 3
Anonymisierbar? Brauche ich die echte Angabe – oder tut es ein Platzhalter?
Platzhalter-Schritt: Sensible Stellen durch [NAME], [ORT], [BETRAG] ersetzen. Die echten Angaben setzen Sie am Ende selbst in das fertige Ergebnis ein.
Prompt-Vorlage
Für einen sensiblen Brief, den Sie anonymisiert entwerfen lassen – die echten Angaben setzen Sie am Ende selbst ein. Die Vorlage funktioniert unverändert in jedem KI-Assistenten.
Hilf mir, einen einfühlsamen Antwortbrief zu formulieren. Die Situation: [ANLIEGEN IN EIGENEN WORTEN, OHNE ECHTE NAMEN]. Der Brief geht an [NAME], wohnhaft in [WOHNORT] – lass diese Platzhalter im Entwurf genau so stehen, ich setze die echten Angaben anschließend selbst ein. Ton: warm, respektvoll, klar.
Merksatz
Umsicht ist ein Reflex, kein Hindernis: drei Fragen, ein paar Platzhalter – und Sie bearbeiten auch sensible Themen mit KI, ohne echte Daten aus der Hand zu geben.
So geht dieser Leitfaden weiter
Der volle Leitfaden führt Sie weiter
Im vollständigen Praxisleitfaden folgen auf diesen Auszug noch die Prüf-Box zum Gegenlesen des KI-Ergebnisses, weiterführende Folgefragen und eine Praxis-Übung mit Ihrem eigenen Fall. Und im Portal tragen Sie die Vorlage mit einem Klick in Ihre AI-Werkstatt ein – so wächst Leitfaden für Leitfaden Ihr eigener Werkzeugkasten.
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